Wie ich zu meinem Frauchen kam
Ich kann mich zwar nicht mehr an alles ganz genau erinnern, weil ich damals zu jung war, aber Frauchen hat mir geholfen, mal ein wenig zu rekonstruieren.
Ich bin am 10.08.1998 geboren in einem Gestüt mit Hundezucht in Gelsenkirchen. Ich sollte eigentlich ein reinrassiger Foxterrier werden, aber der Pinscherrüde vom Nachbarshof war schneller und hat sich über meine Hundemutter her gemacht. Die Besitzer des Gestüts haben das anscheinend nicht mitbekommen und sind bei der Geburt wohl davon ausgegangen, dass ich ein reinrassiger Foxterrier werden würde, warum sonst hätten sie mir meine Rute kupieren sollen?
Mit 12 Wochen bin ich dann von irgendwelchen Menschen gekauft worden. Leider weiß ich nichts über die. Jedenfalls scheinen sie nicht viel Erfahrung gehabt zu haben, sonst hätten sie mich mit Sicherheit nicht schon nach 4 Wochen im Tierheim abgegeben. Dort war ich dann zwei Tage in einer Pflegefamilie, damit man mich etwas besser kennenlernt und eine gute Weitervermittlung ermöglicht werden konnte. Als ich dann im Tierheim in einer Box war, kamen auf einmal 3 Frauen an das Gitter. Die anderen Hunde um mich herum bellten total laut, da habe ich einfach mal mit eingestimmt. Ich hörte, wie die älteste von den drei Frauen den Pfleger fragte, was ich denn für ein kleiner süßer Kerl sei, und schon beugte sie sich zu mir hinunter. Ich wedelte und leckte ihre Finger ab, die sie durch das Gitter steckte. Der Pfleger sagte: Das ist ein kleiner Terrier-Pinscher-Mischling, gerade mal 16 Wochen alt. Der ist ganz schön dominant, da müssen sie sich gut durchsetzen, sonst beißt er sie eines Tages von der Couch. Eine andere der drei Frauen sagte dann: Oh, ne Mama, das ist nichts für uns, damit wirst du niemals fertig. Außerdem ist der doch viel zu klein. Die ältere Frau versuchte die jüngere noch umzustimmen, aber da war nichts zu machen. Und so gingen die drei nach ca. 10 Minuten wieder, ohne auch ein anderes Tier mitzunehmen. Ich dachte schon, die sehe ich nie wieder, aber da wurde ich eines besseren belehrt.
Bereits am nächsten morgen standen die drei wieder vor meiner Box. Ich wedelte freundlich, stimmte wieder in das Gebell der anderen Hunde mit ein und stellte mich auf die Hinterpfoten, stützte mich an dem Gitter ab, um besser sehen zu können. Da ging auf einmal die Box auf, der Pfleger legte mir eine Leine an und ließ mich raus. Ich begrüßte die drei, die sich nun alle zu mir hinunterbückten und schleckte alle mir entgegengebrachten Hände ab. Die ältere Frau, meine zukünftige Mama, hob mich hoch und ich leckte ihre Ohren ab. Dann sind wir in ein Auto gestiegen, ich durfte mich hinten auf die Rückbank legen, die ältere Dame passte auf mich auf, damit ich nichts anstellen konnte. So was doofes, dabei wollte ich doch das ganze Auto erkunden. Aber sie hielt mich immer sofort fest, wenn ich versuchte, die Rückbank hochzuklettern. Die junge Frau, die gestern dagegen war, mich mitzunehmen sagte dann: "Gut Mama, ich habe ja noch Urlaub. Wir probieren das jetzt mit dem Hund eine Woche, und wenn es nicht funktioniert geben wir ihn wieder zurück." "Ja, ja,; sagte die Mama; und zwinkerte mir zu!" Ich wusste sofort, mit der kann man Pferde stehlen. 
Als wir dann in meinem neuen zu Hause ankamen, fragte die Mama: "Ob der Hund schon die Treppen laufen kann, oder soll ich ihn besser tragen?" Aber noch ehe sie mich hochnehmen konnte, hoppelte ich schon eine Stufe nach der anderen hoch, ich war doch soooo neugierig, wo es jetzt hinging. Als dann die Wohnungstür aufging und meine Leine abgemacht wurde, sah ich gaanz viele große Räume, durch die ich erst mal wild umhergerannt bin. "Toll, alles meins!" 
Als ich mich dann auf die Schuhe stürzen wollte, lernte ich mein neues Frauchen und gleich das erste Kommando kennen: "NEIN!" Schon nahm sie mich da weg und gab mir mein erstes Spielzeug eine Ziehkordel.
To be continued...
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